Aufwändige Bergwachtübung am Naturdenkmal "Steinernes Weib"

Regelmäßig trainieren die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Geislingen-Wiesensteig Techniken und Abläufe, um auch auf komplexe Einsatzlagen und Notfälle im Gelände optimal vorbereitet zu sein. Im Rahmen einer aufwändigen Übung wurde am Naturdenkmal „Steinernes Weib“ ein realitätsnahes und anspruchsvolles Einsatzszenario durchgeführt.

Ausgangslage des Szenarios war eine Familientragödie:

Ein 11-jähriger Junge war oberhalb von Wiesensteig in der Nähe des "Steinernen Weibs" unterwegs. Als er die markante Felsnadel besteigen wollte,  brach ihm ein ein Griff aus und er stürzte mehrere Meter ab. Mit schweren Verletzungen lag er nun, ohne Handy, im steilen Gelände am Albtrauf. Da er nicht nach Hause zurückkehrte, begaben sich seine Schwester und die Mutter - mit Kleinkind - auf die Suche. Nachdem die Tochter den Verunglückten entdeckt hatte, riss der Kontakt zur Mutter ab. Diese konnte noch einen Notruf absetzen, jedoch lagen nur sehr wenige Informationen zum Notfall vor, und eine erneute Kontaktaufnahme war nicht mehr möglich.

21 Bergretterinnen, Bergretter und Anwärter nahmen an der Übung teil. Unter der Leitung des Einsatzleiters rückten die Teams in drei Gruppen in Richtung des Einsatzgebiets aus. Zunächst galt es, die vermissten Personen zu lokalisieren. Dafür wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet, die jeweils einem Team zugeordnet waren.

Nach kurzer Zeit konnten die Patienten durch die Voraustrupps aufgefunden werden. Der abgestürzte 11-jährige Junge wurde im Gelände notfallmedizinisch versorgt und anschließend mit der Gebirgstrage unter Seilsicherung abtransportiert. Die glücklicherweise unverletzte Schwester des Jungen wurde in felsdurchsetztem und absturzgefährdetem Gelände entdeckt. Bergretter sicherten sie und seilten sich gemeinsam mit ihr zum nächsten sicheren Forstweg ab.

Etwas aufwändiger gestaltete sich die Rettung der Mutter. Sie war vom Weg abgekommen und mit ihrem Kleinkind mehrere Meter abgestürzt. Durch den Sturz hatte sie sich mehrere Verletzungen zugezogen. Während die Patientin durch das zugewiesene Einsatzteam versorgt und für den Abtransport mit der Gebirgstrage vorbereitet wurde, kümmerte sich eine Bergretterin um das zweijährige Kind.

Bei dieser Übung waren neben den technischen Fähigkeiten – wie Seiltechnik und dem sicheren Umgang mit Rettungsgeräten – auch notfallmedizinisches Wissen, Teamarbeit und klare Kommunikation entscheidend. Besonders wichtig war zudem die Einbindung der Anwärterinnen und Anwärter, um sie bestmöglich auf den Einsatzdienst und die anstehenden Bergrettungsprüfungen vorzubereiten.

In der abschließenden Nachbesprechung zogen alle Beteiligten ein durchweg positives Fazit.

 

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